Heute erhielt ich ein “Manifest: Zukunft braucht Pflege” des Arbeitgeberverbandes Pflege. Schön, dachte ich mir, schaust mal rein, was die Tarifpartei privater Pflegedienstleistungsunternehmen den Kolleginnen und Kollegen so an neuen Zumutungen nahe bringen will.
Doch ich war angenehm überrascht.
Der Arbeitgeberverband Pflege fordert in Punkt 3. seines “Manifests” ausdrücklich einen gesetzlichen Mindestlohn. Eigentlich auch konsequent, denn die Bezahlung im Pflegebereich ist außerordentlich schlecht, die Arbeit dagegen körperlich schwer und emotional belastend. Wer eine gute Pflege möchte, die auch ein wichtiger Teil unseres Sozialstaats ist, muss daher dafür sorgen, dass diese Leistungen fachgerecht und qualifiziert erbracht werden – und so entlohnt werden, dass die Beschäftigten davon leben können.
Ich nenne mal ne Zahl.
Also dann, lieber Arbeitgeberverband Pflege, ich freue mich über die Forderung nach einem gesetzlichen Mindestlohn. Lass uns über Zahlen reden. Nenne mal eine: 10,00 Euro.
PS: Wenn wir schon über Mindestlöhne und Tarifvereinbarungen reden: Einen großen Teil der Pflegedienstleistungen werden von kirchlichen Arbeitgebern erbracht. Diese unterliegen nur eingeschränkt dem allgemeinen Arbeits- und Tarifrecht. Entsprechend unchristlich sind häufig die Arbeitsbedingungen. Es wird Zeit, dass diese Sonderrechte zum Lohndumping unter Missbrauch der Religion damit auch ein Ende hat.